NGO DIE Internet-Zeitung

Artikel Seite 260
Karlsruhe

Ende des Gen-Futters bei Müllermilch gefordert

Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Karlsruhe protestierten am Sonnabend auf dem Marktplatz von Karlsruhe dagegen, dass der Molkereikonzern Theo Müller GmbH weiter zulässt, dass seine Vertragsbauern genmanipuliertes Futter an ihre Milchkühe verfüttern. Die Aktivisten stellen eine hölzerne Milchkuh mit Müller-Logo auf, die aus einem Trog "Gen-Futter" frisst. Verbraucher, die gegen Gentechnik im Futter protestieren wollten, konnten sich mit Sprechblasen "Muh gegen Gen-Futter" oder "Gen-Futter - nein Danke" neben der Kuh fotografieren lassen.

Tierschutz

Auch Tiere sind Athleten - Olympiafans sollen Meere schützen helfen

Olympiafans können durch Spenden der Umweltstiftung WWF helfen, Athleten der Meere zu schützen. Der WWF engagiert sich für eine nachhaltige Fischereipolitik und ökologische Fischereimethoden. Der schnellste Fisch ist der Schwarze Marlin, ein Schwertfisch mit bis zu 4,5m Länge. Er schwimmt dreieinhalb Mal so schnell wie ein '100 Meter in 10 Sekunden' - Weltklassesprinter. "In Sachen Fair Play können wir von dem Pistolenkrebs lernen: Er ist zwar laut, hält aber beim Kräftemessen mit seinen Artgenossen immer den Sicherheitsabstand ein, so dass so gut wie nie ein anderer Krebs zu Schaden kommt. Die Natur ist darauf angewiesen, dass wir ebenso fair mit ihr umgehen", sagt Kirsten Andrä, WWF-Pressereferentin.

Lateinamerika

Peru braucht sofort einen nationalen Menschenrechtsplan

Einen nationalen Menschenrechtsplan mit konkreten Maßnahmen hat Amnesty International (ai) von der peruanischen Regierung gefordert. Anlass ist der erste Jahrestag der Veröffentlichung des Berichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) am 28. August. Der Bericht belegt, dass im bewaffneten Konflikt zwischen Regierung und Guerilla zwischen 1980 und 2000 fast 24.000 Menschen ums Leben gekommen oder "verschwunden" sind. Die CVR schätzt, dass die tatsächliche Zahl der Opfer drei Mal höher liegt.

Tierschutz

Hände weg von exotischen Tier- und Pflanzensouvenirs

Die Ferienzeit geht zu Ende. Aus Unwissenheit nehmen viele Urlauber exotische Tiere und Pflanzen mit, die eigentlich geschützt sind. "Mehr als 40 000 Pflanzen und 8 000 Tierarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) geschützt" so Laura Zimprich von der Tier- und Artenschutzvereinigung animal public. Jeder Urlauber, der derartige Souvenirs kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er damit zum Artensterben beiträgt. Zudem werden damit skrupellose Wilderer und Geschäftemacher unterstützt. Wird dem Käufer vom Händler eingeredet, dass dies alles erlaubt sei oder erstellt er gar eine Ausfuhrgenehmigung aus, ist Vorsicht geboten. Nur die Behörden des jeweiligen Urlaubslandes dürfen amtliche Bescheinigungen ausstellen.

Verbraucherschutz

Umfassende Kennzeichnung auch bei losen Lebensmitteln gefordert

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen unterstützt die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz geplante Einführung einer umfassenden Kennzeichnungspflicht unverpackt angebotener Lebensmittel. Der Handel hingegen malt schwarz und prognostiziert das Ende der Bedienungstheken, den Verlust tausender Arbeitsplätze sowie eine Verarmung der Sortimentsvielfalt. 15.000 Konsumenten hatten schon 2002 im Rahmen der Rote Karte-Aktion "Ich will wissen, was drin ist" mit ihrer Unterschrift dieser Forderung Nachdruck verliehen.

Irak

Freiheit für entführten italienischen Journalisten gefordert

In einem Appell hat sich Reporter ohne Grenzen an die Entführer des seit Tagen als vermisst geltenden italienischen Journalisten Enzo Baldoni von der Wochenzeitung Diario gewandt und seine sofortige Freilassung gefordert. Eine Gruppe, die sich als Islamische Armee im Irak bezeichnet, hat sich in einem am 24. August von Al Dschasira ausgestrahlten Video zu der Entführung bekannt. Sie forderte den Abzug der italienischen Streitkräfte aus dem Irak binnen 48 Stunden. Als Nachweis für seine Identität nannte Baldoni in dem Video seinen Namen. Außerdem wurden sein Pass und sein Presseausweis gezeigt.

Ständige Impfkommission

Windpocken-Impfung jetzt für alle Kinder empfohlen

Die Impfung gegen das Windpocken-Virus gehört ab sofort zum Routine-Impfprogramm. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt den Impfschutz jetzt für Kleinkinder zwischen dem vollendeten 11. und vollendeten 14. Lebensmonat. Zusätzlich sollen alle ungeimpften und noch nicht an Windpocken erkrankten Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Impfung gegen Windpocken schnellstmöglich nachholen.

Künstliche Befruchtung fördern

Geburtenzahl in Deutschland sinkt 2004 um rund 10 Prozent

Wie die Kaufmännische Krankenkasse berichtet, sinkt die Zahl der Geburten in Deutschland dramatisch. "Wir verzeichneten einen Rückgang um rund 10 Prozent allein im 1. Halbjahr 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", so Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit. Die KKH erhebt die Geburtenzahlen im Rahmen ihres Modellvorhabens zur Vermeidung von Frühgeburten.

Überfischung

Fischer beschießen Greenpeace-Aktivisten mit Seenotraketen

Mit einer Aktion auf der Nordsee hat Greenpeace am Donnerstag versucht, das Seegebiet der Doggerbank vor Überfischung zu schützen. Drei Aktivisten vom Greenpeace-Schiff "Esperanza" hatten sich selbst und einen Schwimmkörper an den Stahlseilen befestigt, mit denen der Fischkutter "Friendship" sein Netz zieht. Der Kapitän der "Friendship" weigerte sich, die Doggerbank zu verlassen. Die Besatzung beschoß die Aktivisten mit Seenotraketen. Dies ist die dritte Aktion in drei Wochen, mit der Greenpeace gegen zerstörerischen Fangmethoden in dem ehemals artenreichen Seegebiet vorgeht. Greenpeace fordert, die Doggerbank zum Schutzgebiet zu erklären.

Antarktis

Zunehmender Tourismus gefährdet sensibles Ökosystem um den Südpol

Seit 1994 steigt die Zahl der Antarktis-Touristen kontinuierlich an - von damals 8.000 auf nunmehr jährlich 20.000. Nach den US-Amerikanern stellen die deutschen Touristen mit etwa 15 Prozent die zweitgrößte Gruppe der Besucher. Somit erfreut sich ausgerechnet der unwirtlichste aller Kontinente bei Reisenden aus aller Welt wachsender Beliebtheit. Der zunehmende Tourismus stellt jedoch eine Bedrohung für das empfindliche Ökosystem der Antarktis dar.

Tierschutz

Kormoranabschuss soll vor Gericht verhindert werden

Der Naturschutzbund (NABU) Landesverband Brandenburg wird gerichtlich gegen den vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) beabsichtigten Umgang mit dem Kormoran in Brandenburg vorgehen, wenn dieser wie geplant umgesetzt werden sollte. Dies machte NABU-Landesvorsitzender Tom Kirschey auf einem Treffen mit Minister Wolfgang Birthler am Mittwochabend deutlich. "Der NABU sieht die EG-Vogelschutzrichtlinie in eklatanter Weise verletzt und sieht gute Möglichkeiten, die geplante Vergrämung und Reduzierung des Kormoranbestandes gerichtlich zu stoppen," so Kirschey.

Stadt und Umwelt

Preis "Natur in der Stadt" geht in diesem Jahr nach Lahr

Im Rahmen des Wettbewerbs "Entente florale - Unsere Stadt blüht auf" hat der Naturschutzbund NABU den Sonderpreis "Natur in der Stadt" in diesem Jahr an die baden-württembergische Stadt Lahr verliehen. "Mit dem grundlegenden Umbau eines traditionellen Badebetriebes zu einem Naturbad wurde in Lahr ein ökologisches Vorzeigeprojekt realisiert", sagte Ulrich Kriese, siedlungspolitischer Sprecher des NABU, anlässlich der Preisverleihung auf dem Gelände des ZDF-Fernsehgartens. Die 6-köpfige Jury des NABU habe sich einstimmig für das Naturbad Sulz entschieden.

Bevölkerungsentwicklung

Junge Altersstruktur in armen Ländern garantiert anhaltendes Bevölkerungswachstum

Mehr als eine Milliarde Jugendliche (15-24 Jahre) leben derzeit auf der Welt. 85 Prozent von ihnen in den Entwicklungsländern. Von 100 Jugendlichen sind 62 Asiaten, 16 Afrikaner, 9 Lateinamerikaner, 9 Europäer und 4 Nordamerikaner. Dies geht aus dem DSW-Datenreport 2004 hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) im Vorfeld einer internationalen Expertenkonferenz herausgibt.

Datenschutz

Datenschutzgarantien für biometrische Merkmale in Pässen gefordert

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Vorsitzende der EU Datenschutzbeauftragten, Peter Schaar, hat bei der Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässen Garantien für den Datenschutz gefordert. Aktueller Anlass ist ein entsprechender Entwurf des Europäischen Rats, der noch vor dem Herbst beraten und verabschiedet werden soll. Die biometrischen Merkmale sollen danach vor allem der besseren Identifizierung der Passinhaber dienen und Passfälschungen verhindern. Schaar fordert eine strikte Begrenzung auf diese Zwecke und erklärt: "Die Daten dürfen ausschließlich in den Dokumenten selbst und nicht in einer zentralen Passdatei gespeichert werden."

Neue Eskalation der Gewalt in Kolumbien

Vier Jugendliche aus terre des hommes-Projekt auf offener Straße ermordet

In Altos de Cazucá, einem Vorort der Hauptstadt Bogotá in Kolumbien sind am 19. August vier Jugendliche auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden. Insider vermuten, dass es sich dabei um eine Art "Machtdemonstration" bewaffneter Gruppierungen handeln könnte, da am selben Tag im kolumbianischen Parlament eine Anhörung zur beängstigenden Situation der Menschenrechte in eben diesem Vorort stattfand. Bei den Toten handelt sich um vier Mitglieder des Projektes "Taller de Vida" von terre des hommes für ein friedliche Beilegung des kolumbianischen Konfliktes. Angesichts des jüngsten tragischen Ereignisses fordert terre des hommes die kolumbianische Regierung eindringlich auf, die Schuldigen ausfindig zu machen und vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen.

Verbraucherschützer entlarven Schreiben als "Ente"

GEZ-Gebühren zurück

Seit mehreren Jahren erhalten Verbraucher im Land Brandenburg ein Schreiben das angeblich von der GEZ Köln stammt. Darin wird dem Empfänger angekündigt, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF im Frühjahr einen Gewinn von über 1 Mrd. Euro erwirtschaftet hätten und nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Augsburg der Gebührenzahler dadran beteiligt werden soll. Um eine anteilmäßige Rückerstattung von 115,08 Euro zu beantragen müsse man nur die die angegebene Fax-Nummer anwählen. Bei dieser Faxnummer handelt es sich aber um eine kostenpflichtige "0180er" Nummer.

Papua Neuguinea

Regierung ist wehrlos gegen Schmuggel von Lebewesen

Die Regierung des Inselstaates Papua Neuguinea ist nach eigenen Angaben unfähig, den Diebstahl und Schmuggel von Flora und Fauna aus dem Dschungel zu verhindern, berichtet das Südpazifik-Netzwerk PINA. Demnach fehle es an Ausrüstungsgegenständen, um den ungehinderten Schmuggel effektiv zu stoppen. Forscher vermuten in dem artenreichen Regenwald zahlreiche Pflanzen und Tiere, die für die Forschung von großer Bedeutung sind. Das Department of Environment and Conservation DEC ist für den Schutz der Flora und Fauna im knapp 465.000 Quadratkilometer großen Land zuständig, kann aber den Forderungen nach besserer Kontrolle wegen der Geldnot nicht nachkommen.

Gefährlicher Bastelspaß

Giftige Stoffe in den beliebten "Scoubidous"

In fast jedem deutschen Kinderzimmer sind die sogenannten "Scoubidou"-Bänder der letzte Schrei. Lange bunte, teilweise leuchtende und glitzernde Bänder aus Kunststoff, aus denen man etwa Schlüsselanhänger flechten kann. Das heiß begehrte Spielzeug riecht allerdings sehr strak und verpestet so ganze Wohnungen. Aus diesem Grund gingen bei Öko-Test viele Anrufe besorgter Eltern ein. Daraufhin hat Öko-Test zwei Produkte im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis ist erschreckend: In beiden Produkten fanden sich unter anderem hormonell wirksame Substanzen und Lösungsmittel.

Hochschulbildung

Mehrzahl der Studenten muss für Lebensunterhalt nebenbei arbeiten

Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Höhe der Lebenshaltungskosten und dem studentischen Nebenjob sieht der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), Achim Meyer auf der Heyde. So beträgt der Nebenjob bei Studierenden bundesweit pro Woche durchschnittlich 7,4 Stunden, allerdings existieren erhebliche regionale Unterschiede, wie die aktuelle 17. Sozialerhebung des DSW zeigt. Danach wird in vielen westdeutschen Universitätsstädten deutlich mehr gearbeitet, nämlich durchschnittlich 10 Stunden, während es in ostdeutschen Städten wie Dresden, Jena und Halle nur etwa 4-5 Stunden sind.

Landwirtschaft

Maiswurzelbohrer zeigt verfehlte EU Politik und Probleme durch Pestizideinsatz

Im vergangenen Jahr waren in der Nähe des Euroairports einige Exemplare des Maiswurzelbohrers, eines vermutlich per Flugzeug eingeführten Maisschädlings, aufgetaucht. In einer beinahe militärisch anmutenden "Abwehrschlacht" wurden daraufhin im Elsass über 1,5 Tonnen Insektizide per Hubschrauber ausgebracht. Auch auf der deutschen Seite wurde ein Gebiet entlang des Rheins mit Insektiziden vorsorglich "behandelt", was der BUND Oberrhein verurteilt.