Offensichtlich sei "bei einigen Schlüsselländern" der politische Wille zur Einigung nicht vorhanden. "Seit einiger Zeit klafft in der Handelspolitik eine große Lücke zwischen den wortreichen Bekenntnissen zur WTO Runde und dem was tatsächlich geschieht", so von Wartenberg. "Die EU war dieses Mal einer der wenigen Hauptakteure, die sich bis aufs Äußerste für den Erfolg der Runde eingesetzt hat. Es stand sogar zu befürchten, dass die EU zur Rettung der Runde ein Ergebnis akzeptiert hätte, das für die Europäische Wirtschaft nachteilig gewesen wäre."
Auch deshalb sei ein klares Scheitern einem fruchtlosen Verschleppen der Runde oder faulen Kompromissen vorzuziehen. "Besser kein Deal als ein schlechter Deal" sei seit geraumer Zeit die Devise der deutschen Industrie für die Doha Runde.
Die EU ist nach Auffassung des deutschen Industrieverbandes jetzt gefordert, nach vorne zu schauen und ihre handelspolitische Strategie der Realität anzupassen. "Naturgemäß müssen bilaterale und regionale Handelsabkommen jetzt eine zentrale Rolle bekommen." Der BDI fordert von der EU, den stark wachsenden asiatischen Ländern ein besonderes Augenmerk zu widmen.