Die orange-roten Goldorfen werden zur Ermittlung der Giftigkeit von industriellem Abwasser und daraus der Abwassergebühren eingesetzt. Und das, obwohl es mit dem so genannten Fischei-Test, der diese Untersuchungen in einem frühen Stadium an befruchteten Fischeiern möglich macht, eine anerkannte und seit September 2001 nach DIN genormte Ersatzmethode gibt.
Das Tierschutzgesetz verbietet in § 7 Tierversuche, wenn es Verfahren ohne den Einsatz von Tieren gibt. Die Abwasserverordnung erlaubt mittlerweile zwar die Anwendung der Ersatzmethode, verbietet jedoch nicht den Tierversuch. Das Abwasserabgabengesetz ist nicht geändert und verlangt den Tierversuch zwingend. "Diese systematische Vergiftung von Zigtausenden von Fischen zur Gebührenermittlung ist eindeutig verfassungswidrig," meint Dr. Pedro de la Fuente, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Die Tierschützer fordern daher von dem zuständigen Bundesminister Jürgen Trittin, umgehend für die Beendigung der Goldorfen-Tests zu sorgen. "Vor wenigen Tagen hat Ministerin Künast erklärt, sich künftig verstärkt für den Ersatz von Tierversuchen einzusetzen. Sie sollte bei ihrem Kollegen Trittin gleich den Anfang machen," betont de la Fuente. Der gemeinnützige Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich rechtlich, politisch und gesellschaftlich für die Anerkennung und Umsetzung elementarer Tierrechte ein. Als Dachverband sind ihm etwa 100 Vereine sowie persönliche Fördermitglieder angeschlossen.