PC-Nutzern steht eine riesige Auswahl an Software zur Verfügung, die sich über Werbeeinblendungen finanziert. Ideal für die Honorierung des Anzeigenvermittlers ist es dann, wenn die Werbesoftware ihm gleich ihren Erfolg beim Anwender mitteilt. Ein seriöser Software-Hersteller informiert den Anwender im Voraus über das Geschäftsmodell. Doch immer mehr Reklameroboter kann man sich wie Computer-Viren "einfangen": Sie reisen im Gepäck kostenloser Downloads mit oder installieren sich direkt durch einen unbedachten Klick auf einer Website.
Nur lästig, aber eher harmlos ist es, wenn ein solches "Trojanisches Pferd" beim Surfen Umwege über Reklame-Webseiten einbaut. Doch es ist viel mehr möglich: Besonders tückische Programme lesen Tastatureingaben mit - Texte von E-Mails oder Passwörter fürs Homebanking - und plaudern diese Daten anschließend aus. "Zum Glück gibt es Hilfsmittel - ähnlich wie gegen Viren -, um dieser Gefahr vorzubeugen oder seinen Rechner von solchen Schädlingen wieder zu befreien", weiß c't-Redakteur Peter Schüler.
In den USA überwachen sogar zahlreiche Unternehmen ihre Mitarbeiter per Tastaturmitschnitt und regelmäßigen Screenshots, aufgenommen von extra dafür heimlich installierten Programmen. In Deutschland schiebt das Gesetz solchen Praktiken einen Riegel vor. Trotzdem sind auch hier Fälle bekannt geworden, wo Arbeitgeber ihren Mitarbeitern auf diese Art nachspioniert haben. "Dann hat man kaum technische Möglichkeiten, sich zu schützen", sagt c't-Experte Peter Schüler. "Bei so einem Verdacht hilft fast nur der Vorstoß über den Betriebsrat oder persönliche Intervention beim Arbeitgeber."
"Die Zeit" bietet Lesehilfe
Literarischer Kanon für Schüler
Am 04. Oktober 2002 veröffentlicht.
Mit einem literarischen Kanon für Schüler will die Wochenzeitung "Die Zeit" jungen Lesern und ihren Lehrern eine Lesehilfe an die Hand geben. Dafür seien aus mehr als 300 Titeln 50 Bücher ausgewählt worden, teilte das Blatt am Freitag in Hamburg mit. Nach langen Diskussionen habe sich die achtköpfige Jury dafür entschieden, keine lebenden Autoren in das Verzeichnis aufzunehmen. Begründung: Erst nach einer gewissen Zeit könne sich zeigen, ob ein literarisches Werk zum Bestand gehört.
Die Liste der 50 Titel deutschsprachiger Literatur mit Gedichten, Dramen und Romanen soll am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden. Sie ist gedacht für Schüler ab zehn Jahren. Der Jury für die "Zeit-Schülerbibliothek" gehören je zwei Schüler, Deutschlehrer, Schriftsteller sowie zwei Redakteure des Blattes an. Ein Jahr lang wird die Zeitung jede Woche Werke aus dem Kanon vorstellen.
Grundschüler lesen besser
IGLU-Studie
Am 28. Januar 2004 veröffentlicht.
Das schlechte Abschneiden deutscher Schüler im internationalen PISA-Vergleich kann offenbar nicht auf die Grundschule zurückgeführt werden. Wie die am Mittwoch in Berlin vorgelegte weiterführende Studie zur Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zeigt, schneiden die Schüler in den meisten der sechs aufgeführten Bundesländer überraschend gut ab. Im internationalen Vergleich rangieren die Viertklässler im oberen Mittelfeld. Allerdings treten in der IGLU-Studie auch zum Teil gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern zutage.
So erreichten die Schüler in Baden-Württemberg den deutschen Spitzenwert, auch Bayern und Hessen liegen noch über dem deutschen Durchschnittswert. Zwischen diesen drei Ländern gibt es nach den Worten von Studien-Autor Wilfried Bos nur eine "geringe Standardabweichung". Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bremen liegen hingegen unter dem deutschen Niveau, aber noch über dem internationalen Durchschnitt.
Dieses Ergebnis zeige jedoch, dass beim Übergang zu weiterführenden Schulen eine "soziale Auslese" stattfinde, die offenbar alle Bundesländer betreffe. Daher müsse man die Frage stellen, inwieweit die Übergangsempfehlung zur nächsthöheren Schulform bundesweit funktioniere. "Eine Reihe von Kindern, bei denen die Lesefähigkeit getestet wurde, könnte gut eine Gymnasialempfehlung bekommen, erhält aber nur die Empfehlung für die Hauptschule", kritisierte der Wissenschaftler.
Einen Grund dafür machte Bos in der Zensurenungerechtigkeit aus. Die Wissenschaft wisse schon lange, dass Schulnoten nur bedingt vergleichbar seien, betonte er. Eine Note 3 sei in einem sozialen Brennpunkt anders zu bewerten als in einem "Nobelviertel". Auch werde die Gymnasialempfehlung "häufig schichtspezifisch" erteilt.
An der Internationalen Lesestudie hatten sich Schüler der 4. Klassen aus 35 Staaten beteiligt. In Deutschland wurde die Studie am zweiten Tag um Tests in Mathematik, Naturwissenschaften und Rechtschreibung erweitert. Der jetzt vorgelegte Bericht wertete die Ergebnisse aus jenen sechs Bundesländern aus, die mit ausreichend großer Zahl an den Vergleichen teilgenommen hatten. Bremen, das deutsche Schlusslicht, hatte die internationalen Stichprobenvorgaben erst unter Einbeziehung der Ersatzschulen erreicht.